Eine Versicherung muss die Bewegungen des Markts sondieren
04.Oktober 2008
Immer am Puls der Zeit: Wenn sich das Einkommen ändert, dann ändert sich auch die Struktur des Warenkorbes in den einzelnen Privathaushalten. Bei steigendem Einkommen treten neue Konsumgüter hinzu und andere verschwinden aus dem Warenkorb. Normaler Weise konsumieren die Haushalte mehr, wenn ihr Einkommen steigt. Daher nennen wir Güter, deren Konsum bei zunehmendem Einkommen höher wird, „normale” Güter. Wenn der Konsum eines Gutes mit steigendem Einkommen schneller zunimmt als das Einkommen, nennt man ein solches Gut „superior”. Superiore Güter sind also eine Sonderform der normalen Güter. Sinkt dagegen der Konsum bei steigendem Einkommen, so heißt das Gut „inferior”. All dies muss man auch wissen, wenn man Versicherungen wie zum Beispiel Berufsunfähigkeitsversicherung, Dienstunfähigkeitsversicherung und/oder Risikolebensversicherung erfolgreich an den Mann bringen will.Kartoffeln gelten zum Beispiel als inferiores Gut: Menschen mit niedrigem Einkommen essen viele Kartoffeln, um satt zu werden. Steigt aber ihr Einkommen, so kaufen sie weniger Kartoffeln und ersetzen diese durch Fleisch und Gemüse. Superiore Güter sind oftmals solche, die wir als Luxusgüter ansehen, zum Beispiel teure Weine oder wertvoller Schmuck. Die Anbieter von superioren Gütern gewinnen durch das Wirtschaftswachstum, denn bei wachsenden Einkommen der Verbraucher nimmt die Nachfrage nach ihren Güter überproportional zu.
Der Zusammenhang zwischen Einkommen und der Struktur des Warenkorbs von privaten Haushalten ist erstmals vom preußischen Statistiker Ernst Engel (1857) systematisch untersucht worden. Nach ihm sind die Engelkurven benannt, mit denen inferiore und superiore Güter dargestellt werden. Ob ein Gut inferior oder superior ist hängt von den Vorlieben der Konsumenten ab. Es handelt sich also nicht um physische Eigenschaften der Güter, sondern um die Einstellungen, die die Konsumenten zu den Gütern haben. Und das gilt auch für Versicherungen wie zum Beispiel Berufsunfähigkeitsversicherung, Dienstunfähigkeitsversicherung und/oder Risikolebensversicherung.
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