Rentenerhöhung

16.April 2008

Ab 1.Juli erhalten rund 20 Millionen Rentner 1,1 % mehr Rente. Grundlage hierfür schuf das Bundeskabinett am Dienstag. Gleichzeitig war die Rede von einer zu großzügigen Finanzpolitik, die den Aufschwung gefährden könnte.Bundeskanzlerin Merkel soll vor dem CDU – Bundesvorstand gestanden haben, dass es ihr bewusst sei, dass diese Rentenerhöhung kein ordnungspolitisches Meisterstück sei. Sie rechtfertigte sich jedoch mit der Aussage, dass dies im Sinne der Generationengerechtigkeit geschehe.Des Weiteren habe Bundeskanzlerin Merkel scharfe Kritik an Bundesarbeitsminister Scholz (SPD) geübt.  Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU / CSU, Röttgen, äußerte sich zu der seit 1994 neun Mal veränderten Rentenformel wie folgt: “Die Rentenformel war immer politisch. Sie ist politisch.”

Einmal mehr stellt sich die Frage, was die zukünftigen Generationen tun sollen, um sich vor der Armut im Alter zu schützen, denn der demographische Faktor stellt weiterhin ein großes Problem dar.

Es stehen weiterhin Vermutungen im Raum, dass auch 2009 Extra-Zuschläge für Rentern von wahrscheinlich 2 % gezahlt werden sollen. Der Extra-Zuschlag verursacht in den kommenden Jahren Mehrkosten von ca. zwölf Milliarden Euro, welche aus den Rücklagen der Rentenkassen finanziert werden sollen. Hieraus resultiert, dass sich die Beitragssenkungen ersteinmal weitere verzögern. Künftig kann selbst genutztes Wohneigentum ebenfalls in die Altersvorsorge mit einbezogen werden und laut Beschluss des Kabinetts, Gelder aus einem “Riester-Vertrag” früher entnommen und beispielsweise für eine Wohnung oder Eigenheim investiert werden. Hierbei entstehen dem Staat, allein für die Wohnförderung , Kosten von ca. einer Milliarde Euro pro Jahr.

Seit acht Jahren soll zum ersten Mal auch das Wohngeld für Geringverdiener und Rentner angehoben werden (um ca. 60%).

Neuerdings gibt es Überlegungen der Versicherer, die Kauflust und die Altersvorsorge miteindaner zu verbinden – Verbraucherschützer stehen dem eher mit Skepsis gegenüber.

Einzelne Versicherungsunternehmen haben sich überlegt, beim Abschluss einer privaten Rentenversicherung, den Versicherungsnehmern eine Kreditkarte auszuhändigen und so beim Kauf ca. 0,5 % des Umsatzes dem Rentenkonto des Kunden gutzuschreiben. Ähnlich dem Payback System werden dem Kunden Gutschriften erteilt. Die Rentenverträge laufen in der Regel bis zum 60.Lebensjahr und können zwischen dem 65. und 80. Lebensjahr ausgezahlt werden.

Verbraucherschützer warnen jedoch vor diesen Angeboten, die eher einem Marketinggag ähneln. Sie empfehlen, den Kosten-Nutzen-Faktor zu vergleichen und danach eine passende Versicherung auszuwählen.

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