Was ist besser: Die gesetzliche oder die private Arbeitslosenversicherung?

26.November 2008

Grundsätzlich sind in Deutschland Arbeitnehmer Pflichtmitglieder in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung. Dazu werden von den Löhnen und Gehältern die entsprechenden Beiträge zu dieser Versicherung abgezogen. Was wenige wissen: Sogar Selbständige können sich auf freiwilliger Basis bei der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung weiterversichern. Dazu sind bestimmte Voraussetzungen notwendig: Zwei Jahre bevor die selbständige Tätigkeit aufgenommen wurde, musste der Unternehmer für 360 Tage mindestens Mitglied der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung gewesen sein. Zu den 360 Tagen zählen jedoch nicht nur die Zeiten in denen für diese Versicherung eingezahlt wurde, sondern auch wenn Leistungen wie das Arbeitslosengeld empfangen wurde. Spätestens nach einem Monat, nach dem die selbständige Tätigkeit aufgenommen wurde, muss der Antrag auf freiwillige Mitgliedschaft in der Arbeitslosenversicherung gestellt sein. Werden diese Frist und Voraussetzung nicht eingehalten, besteht keine Möglichkeit auf eine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung.Wem es nicht möglich ist, Mitglied in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung zu werden, der hat die Möglichkeit, dies privat zu tun. Oft werden derartige Policen in Zusammenhang mit einer Rechtsschutzversicherung oder einer Unfallversicherung angeboten. Wichtig ist es, die Vor- und Nachteile der gesetzlichen und privaten Arbeitslosenversicherung objektiv zu vergleichen, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.

Der größte Vorteil der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung ist ihr sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Nachteile sind dass die, oft manchmal seltsam anmutenden, Auflagen der Bundesagentur für Arbeit eingehalten werden müssen. Das komplizierte Aufnahmeverfahren ist ebenfalls alles andere als eine gute Werbung für die gesetzliche Arbeitslosenversicherung. Die Leistungsgewährung ist nur bis zu 12 Monaten, bei Versicherten über 55 Jahren sind es 18 Monate, möglich. Dazu müssen aber bestimmte Voraussetzungen eingehalten sein.

Als größten Vorteil kann die private Arbeitslosenversicherung anführen, für all jene offen zu sein, die keine Möglichkeit haben in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung zu kommen. Negativ hingegen sind bei der privaten Arbeitslosenversicherung die hohen Prämien, bei einer oft nur sehr kurzen Leistungsdauer. Die Bedingungen für die Arbeitslosigkeit müssen nachgewiesen werden. Vor allem bei Selbständigen ist dies sehr schwer. Liegt kein Tatbestand für eine unverschuldete Arbeitslosigkeit vor, gibt es keinen Bezug von Arbeitslosengeld.

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